Ein Filmteam reiste in sechs Länder, um einen einzigen Film zu drehen. Sie folgten fast derselben Route wie ein antiker griechischer Held. Das ist die Geschichte hinter Christopher Nolans neuem Film Odyssey. Es ist einer der spannendsten Filme des Jahres. Wenn du planst, ihn dir anzusehen, gibt es einiges, das sich zu wissen lohnt. Keine Sorge – hier gibt es keine Spoiler.
Ein Regisseur, der große Projekte liebt
Dies ist Nolans dreizehnter Film. Man kennt inzwischen seinen Stil: riesige Szenen, echte Drehorte und sehr wenige computergenerierte Effekte. Für Odyssey drehte sein Team in Marokko, Griechenland, Italien, Schottland, Island und der Westsahara. Das sind echte Orte, keine Studiokulissen. In gewisser Weise folgte das Filmteam derselben Reise wie der Held der Geschichte – nur mit deutlich besserem Essen unterwegs.
Wer im Film mitspielt
Die Besetzung ist voller berühmter Schauspieler. Matt Damon spielt Odysseus, einen griechischen König, der versucht, nach einem langen Krieg nach Hause zurückzukehren. Um ihn herum weitere große Namen: Tom Holland, Robert Pattinson, Anne Hathaway, Charlize Theron, Lupita Nyong’o und Zendaya. Wir verraten nicht, welche Figur welcher Schauspieler spielt – das herauszufinden gehört zum Vergnügen, den Film selbst zu sehen.
Worum geht es in Homers Odyssee?
Vielleicht hast du die Odyssee in der Schule gelesen und erinnerst dich nicht mehr genau. Hier eine kurze Auffrischung – sie hilft dir, den Film mehr zu genießen. Die Odyssee ist eines der ältesten Werke der westlichen Literatur. Sie wurde vor fast 2.800 Jahren von einem Dichter namens Homer geschrieben. Die Geschichte folgt Odysseus, dem König von Ithaka, nach dem Trojanischen Krieg. Er will mit dem Schiff zu seiner Familie nach Hause zurückkehren, doch die Reise dauert zehn Jahre. Unterwegs begegnet er seltsamen Kreaturen und gefährlichen Stürmen. Manchmal helfen ihm die griechischen Götter. Manchmal machen sie seine Reise noch schwieriger.
Das alte Gedicht hat eine interessante Struktur. Es erzählt die Geschichte nicht einfach in der richtigen Reihenfolge, von Anfang bis Ende. Stattdessen erzählt Odysseus seine eigenen Abenteuer oft selbst den Menschen, die ihn auf seiner Reise beherbergen. Währenddessen wartet zu Hause in Ithaka seine Frau Penelope auf ihn. Viele Männer wollen sie heiraten, weil sie glauben, Odysseus sei tot. Es wird spannend zu sehen, wie Nolan diese Geschichte erzählt – er ist bekannt dafür, in seinen Filmen mit der Zeit zu spielen, wie in Memento und Dunkirk.
Die alte Geschichte enthält auch Ideen, die noch heute wichtig sind. Eine wichtige Idee ist die Gastfreundschaft: Im antiken Griechenland war es fast eine heilige Regel, einen Fremden bei sich aufzunehmen. Viele Teile der Geschichte geschehen, weil jemand diese Regel befolgt oder bricht. Eine andere Idee ist der Kampf zwischen Schicksal und Freiheit, denn die Götter versuchen oft, Odysseus daran zu hindern, nach Hause zu gelangen. Und es gibt die Frage nach der Identität: Wird seine Familie ihn nach zwanzig Jahren Abwesenheit überhaupt wiedererkennen?
Es gibt auch ein wichtiges historisches Detail. Der Trojanische Krieg fand gegen Ende der Bronzezeit statt, einer Zeit, in der viele mächtige Königreiche im Mittelmeerraum zusammenbrachen. Nach diesem Krieg trat ein großer Teil Griechenlands in eine schwierige Periode ein, die manchmal als „dunkles Zeitalter“ bezeichnet wird, in der die Menschen sogar das Schreiben verlernten. Diese Geschichte handelt also nicht nur von der Reise eines Mannes. Sie spielt auch in einer Zeit, in der sich eine ganze Welt verändert und zusammenbricht.
Die Technik hinter dem Film
Nolan ist bekannt dafür, spezielle IMAX-Kameras zu verwenden. Für diesen Film soll sein Team neue Kameras benutzt haben, die etwa 30 % leiser und deutlich leichter sind als frühere Modelle. Dieses Detail ist wichtiger, als es klingt. Leise Kameras erleichtern es, während der Dreharbeiten sauberen Ton aufzunehmen. Leichte Kameras ermöglichen Filmemachern Aufnahmen, die vorher schwierig waren. Wenn du diesen Film in einem echten IMAX-Kino sehen kannst, bekommst du wahrscheinlich das beste Erlebnis.
Die Musik komponierte Ludwig Göransson, der für die Musik zu Oppenheimer einen Oscar gewann. Erwarte also einen Soundtrack, der genauso kraftvoll ist wie die Bilder auf der Leinwand.
Was dich erwartet
Die ersten Kritiken zum Film sind gemischt, was bei großen, ambitionierten Filmen oft vorkommt. Manche Kritiker lieben den Umfang des Films und seinen emotionalen Blick auf einen alten Mythos. Andere finden, dass seine Botschaft über den Krieg etwas zu einfach oder offensichtlich wirkt. Das ist eigentlich nicht überraschend. Es ist sehr schwierig, eine 2.800 Jahre alte Geschichte neu zu erzählen, die die meisten Menschen bereits zumindest teilweise kennen. Nolan entschied sich, sie groß und dramatisch zu machen, nicht leise und traditionell.
Geh ins Kino und erwarte eine mutige, kraftvolle Version einer alten Geschichte. Das ist kein Geschichtsdokumentarfilm und keine wortgetreue Kopie von Homers Gedicht. Die eigentliche Frage ist nicht, ob Odysseus nach Hause kommt. Sie lautet, wie er dorthin gelangt – und was er unterwegs verliert.
